Spuren im Sand

„Die Mutter unserer Nachbarin war gestorben. Beim Kondolenzbesuch brachte ich ihr und ihrem Mann die Karte ‚Spuren‘ mit, über die sie sich sehr freuten. Nachdem der Mann die Karte gelesen hatte, hatte ich den Eindruck, dass Gott sein Herz berühren konnte. Obwohl er normalerweise ein absoluter ‚Schweiger‘ ist, von dem ich in vielen Jahren nicht mehr als fünf zusammenhängende Sätze gehört hatte, meinte er in dieser Situation, dass der Inhalt der Karte genau das ausdrücken würde, was seine Schwiegermutter gelebt und geglaubt hatte. In diesem Moment hatte ich eine Idee. Da ich an der Beerdigung am kommenden Tag nicht teilnehmen konnte, bot ich die Karte als kleines Geschenk für alle Gäste der Trauerfeier an. Über dieses Angebot freuten sich meine Nachbarn sehr.

So ging ich am Abend ins Dorfgemeinschaftshaus, in dem schon für die Trauerfeier gedeckt war, und stellte an jedes Kaffeegedeck ein Exemplar der ‚Spuren‘. Rein optisch war das schon ein ganz besonderer Hingucker. Das Schönste war jedoch, dass uns noch einige Zeit nach dieser Beerdigung ganz unterschiedliche Leute ansprachen und nach der Karte fragten. Jeder von ihnen wurde an Menschen erinnert, denen er dieses guten Wort schenken oder schicken wollte.“

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