Hello Wien! Oder: Das unbekannte Monster

Der Schrei ließ Bobs Blut in den Adern erstarren. Und die Gestalt, die er gleich darauf sah, noch viel mehr! Mein Leben ist vorbei, dachte er.

Komisch, vor ein paar Stunden hatte er das schon mal gedacht. Aber da hatte er es nicht so gemeint! Da war er einfach nur sauer gewesen wegen des Umzugs. Jetzt, in diesem Augenblick des Schreckens, war das mit dem Umzug plötzlich völlig egal! Bob wollte nur noch sein Leben retten!

Aber fangen wir erst mal von vorne an zu erzählen:

Bob schmiss sich auf das Sofa und heulte.

Ich bin fertig! Komplett erledigt! Mein Leben ist vorbei. Im Eimer, aber so was von, dachte er. Nichts wird jemals wieder so sein wie früher!

Bis vor wenigen Tagen hatte Bob mit seinen Eltern in Chicago gelebt. Wie gern wäre er jetzt immer noch dort! Da war sein Zuhause, da waren seine Freunde, da war immer was los. Chicago war einfach cool! Aber dann hatte Papa diesen neuen Job bekommen. In Wien! Ausgerechnet!  

Die ganze Familie hatte umziehen müssen. Von Amerika nach Europa. Aus den USA nach Österreich. Von Chicago nach – naja, fast nach Wien. Wenn es wenigstens Wien gewesen wäre! Wien war immerhin auch eine Stadt. Nicht zu vergleichen mit Chicago, aber vielleicht gab es da noch eher Chancen, Spaß zu haben. Aber in Wien hatten sie kein passendes Haus gefunden, und so waren sie hier nach Hinterpupsdorf gezogen, wie Bob das Dorf insgeheim nannte. Hinterpupsdorf, weil es hier so ruhig war, dass man fast hören konnte, wenn der Opa im Nachbarhaus pupste.

Und heute fand Bob das alles besonders schlimm. Denn heute war Halloween. Das war in Amerika immer megacool gewesen. Mit vielen Freunden waren sie von Haus zu Haus gezogen und hatten richtig ‘ne Show abgezogen. Sie waren so was von finster verkleidet gewesen, dass manches Kleinkind sich an Mamis Rockzipfel festgeklammert hatte, wenn sie vor der Tür gestanden hatten. Und so mancher Omi war die Kinnlade heruntergeklappt.

Hinterher waren sie dann so monstermäßig gierig über die vielen Süßigkeiten hergefallen, dass sie drei Tage danach noch Bauchschmerzen  gehabt hatten. Aber das gehörte halt dazu.

Während Bob über all das nachgrübelte, fasste er einen Entschluss: Er würde sich einfach trotzdem verkleiden und von Haus zu Haus ziehen! Warum sollte er auf seinen Halloween-Spaß verzichten? Zwar kannte er hier noch niemanden, und in Hinterpupsdorf schienen auch nur uralte Leute zu wohnen (Bob vermutete, dass seine Nachbarn alle weit über hundert waren). Aber er beschloss, es einfach zu versuchen. Und wenn er das ganz allein durchziehen musste! Sofort stand er auf und suchte in den Umzugskartons nach seinen alten Monsterkostümen.

Als der Abend gekommen war, schlich ein finsteres Monster mit schwarzer Kleidung und blutunterlaufenen Augen durch die Straßen von Hinterpupsdorf. Bob lachte sich ins Fäustchen, als er sich die erschreckten Gesichter vorstellte, wenn er vor der Tür stand. Immer wieder schaute er sich um, ob außer ihm noch andere Monster, Geister oder Hexen unterwegs waren. Doch er sah keine. In Hinterpupsdorf schien Halloween nicht bekannt zu sein. Aber jetzt, nahm Bob sich grimmig vor, wird jeder hier Halloween kennenlernen!

Er beschloss, in einer Gegend des Dorfes anzufangen, die er noch nicht so gut kannte. Vielleicht wohnten hier ja ein paar jüngere Leute.

Als er auf den ersten Klingelknopf drückte, pochte sein Herz heftig. Das war schon was anderes, ob man mit vielen Freunden von Haus zu Haus zog, oder mutterseelenallein in einem fremden Land, wo man noch keinen kannte.

Es dauerte eine Weile, bis sich die Tür einen Spalt breit öffnete. Ein alter Opa steckte sein runzliges Gesicht durch den Türspalt. Schon wieder einer, der über hundert ist, dachte Bob resigniert und rief etwas genervt: „Süßes oder Saures!“

„Was willst du?“, fragte der Opa entgeistert.

Der hat wahrscheinlich sein Hörgerät nicht an, dachte Bob und brüllte laut: „Süßes oder Saures!“ Dann fügte er zur Erklärung hinzu: „Heute ist Halloween!“

Zum Glück war Bob zweisprachig aufgewachsen, weil seine Mutter Österreicherin war. So konnte er die Sprache wenigstens sprechen. Trotzdem hörte man wohl seinen amerikanischen Akzent.

„Hello Wien? Diese komischen Amerikaner!“ Der Opa schüttelte den Kopf und knallte unbeeindruckt die Tür zu.

Bob ballte die Fäuste. Das war nicht gerade ein gelungener Anfang! Er schaute sich ein wenig um und überlegte, zu welchem Haus er als nächstes gehen sollte. Auf einmal sah er eins mit Kindergummistiefeln vor der Tür. Da mussten doch jüngere Leute wohnen! Es sei denn, Uropi hat Besuch von seinen Urenkeln, dachte Bob misstrauisch.

Doch dass er nach dem Klingeln den größten Schrecken seines Lebens bekommen sollte, damit hatte er nicht gerechnet! Noch Stunden später lief es ihm eiskalt den Rücken hinunter, wenn er an diesen Augenblick dachte …

Kommen wir jetzt also wieder zum Anfang der Geschichte zurück …

Er hatte gerade auf den Klingelknopf gedrückt, da sprang die Tür auf, und ein Schrei ertönte, der ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ!

Bob wollte auch schreien, aber er brachte kein Wort heraus, als er das Monster sah, das vor ihm stand. Man kann es kaum beschreiben, so entsetzlich fies und furchtbar sah es aus, und so entsetzlich grausam und gemein starrte es ihn an! So etwas Grauenhaftes hatte Bob noch nie gesehen!

Doch es kam noch schlimmer: Nachdem dieses furchterregende Wesen ihn einen Augenblick angriffslustig gemustert hatte, sprang es mit einer plötzlichen Bewegung auf ihn zu. Bob ließ vor Schreck den Beutel fallen, den er mitgenommen hatte, um die Süßigkeiten darin zu sammeln. Er hatte nur einen Gedanken: So schnell wie möglich weglaufen und sich in Sicherheit bringen! Doch der heruntergefallene Beutel wurde ihm zum Verhängnis. Er blieb mit dem Fuß in einem der Henkel hängen, verhedderte sich und stolperte. Plötzlich lag er der Länge nach auf dem Boden und spürte, wie sich das Monster auf ihn stürzte. Bob brach der Angstschweiß aus. Dieses Halloween entpuppte sich allmählich zu einem Albtraum! Was war das für eine Bestie, die auf seinem Rücken saß?

Plötzlich sagte eine helle Stimme zu ihm: „Süßes oder Saures!“

Bob stockte der Atem. Das war auch bloß eine Halloween-Verkleidung?

„Mann, woher hast du das Kostüm?“, keuchte er, während er versuchte, sich von dem  Monster, das auf ihm saß, zu befreien.

„Mein Geheimnis“, entgegnete das Monster und ließ ihn endlich los. „Vielleicht verrate ich’s dir irgendwann mal. Aber komm, lass uns zusammen losziehen!“

„Wie heißt du?“, fragte Bob, der inzwischen wieder aufgestanden war und sich erleichtert den Schmutz von seinem Kostüm klopfte.

„Mein Geheimnis“, antwortete das Monster wieder. „Aber vielleicht verrate ich es dir ja noch!“

Bob verdrehte genervt die Augen. Für seinen Geschmack hatte das Monster neben ihm ein paar Geheimnisse zu viel! Aber er schluckte seinen Ärger herunter und fragte: „Weißt du, wo man hier am besten klingeln kann, ich meine, wo nicht nur Hundertjährige und so wohnen?“

Da lachte das Monster neben ihm laut. Aber es war kein schauriges Monsterlachen, sondern ein helles, sympathisches Lachen. „Ja, klar“, antwortete es schließlich, „komm mit!“

Nun zogen die beiden Monster einträchtig zusammen los. Sie klingelten an verschiedenen Türen und sammelten Süßigkeiten, so, wie Bob das aus Amerika kannte. Dabei stellte Bob fest, dass es tatsächlich auch jüngere Leute im Dorf gab. Außerdem merkte er, dass er sich mit dem Monster richtig gut unterhalten konnte. Sie plauderten die ganze Zeit miteinander, und das machte Spaß. Sollte Bob gerade seinen ersten Freund in Hinterpupsdorf gefunden haben? Er wurde immer neugieriger, wer sich in Wirklichkeit unter diesem Kostüm verbarg. Warum wollte der Junge ihm bloß seinen Namen nicht verraten?

Sie hatten inzwischen schon einen recht gut gefüllten Beutel, als sie erneut an einem Haus klingelten. Aus dem Inneren drangen Lärm und Gelächter zu ihnen. Die Tür wurde schwungvoll aufgerissen, und ein junger Mann in Jeans und kariertem Hemd stand vor ihnen. Er hatte große, dunkle Augen, mit denen er die beiden Monster vor seiner Tür eindringlich musterte.

„Süßes oder Saures“, riefen sie und hielten ihm den Beutel hin.

„Kommt rein!“, lud er sie ein. „Wir haben jede Menge Süßes! Aber das füllen wir nicht in Beutel, sondern essen es gemeinsam auf unserer Party!“

Bob zögerte. Er durfte nicht einfach zu Fremden ins Haus gehen. Doch das Monster neben ihm sagte: „Ich kenne den, der ist okay!“

„Übrigens, mein Name ist Klaus“, sagte der Typ im karierten Hemd.

„Ich bin Bob“, erwiderte Bob und wartete gespannt, ob sein Monster- Freund auch endlich seinen Namen preisgab. Doch der sagte gar nichts.

Sie folgten Klaus durch den Flur in eine Wohnstube, die voll war mit jungen Leuten, zum Teil in Bobs Alter, zum Teil etwas älter. Wow, dachte Bob. So viele junge Leute gibt’s in Hinterpupsdorf? Oder sind die alle ausgeliehen? Laut sagte er: „Hi Leute, ich bin Bob. Und was geht hier ab? ‘Ne Halloweenparty ja offensichtlich nicht, hier ist ja keiner verkleidet!“

Klaus lachte. „Nee, wir feiern hier kein Halloween. Am 31.Oktober ist nämlich auch Reformationstag. Das ist für uns viel mehr Grund zum Feiern!“

„Refor - was?“, fragte Bob ungläubig. Das hörte sich für ihn gar nicht nach einem Grund zum Feiern an. Eher nach einem Grund, einzuschlafen. Irgend so eine typische Idee von todlangweiligen Erwachsenen! Doch in dem Moment drückte ihm ein Junge ein Glas Limo in die Hand. „Hier, Monster! Trink einen Schluck. Dann siehst du vielleicht etwas freundlicher aus.“

Bob bedankte sich und trank. Dann schaute er sich um. Die Leute hier sahen eigentlich alle ganz nett aus. Plötzlich fühlte er sich unpassend in seinem Kostüm. Immerhin waren er und sein neuer Monster-Freund die einzigen, die hier verkleidet waren. Naja, er konnte ja wenigstens die Maske absetzen!

Ohne die Maske fühlte er sich gleich freier. Bald war er mit dem Jungen im Gespräch, der ihm die Limo gereicht hatte. Es stellte sich heraus, dass er tatsächlich in Hinterpupsdorf wohnte und auf die gleiche Schule ging, in die auch Bob bald gehen sollte.

Nach einer Weile gesellten sich weitere Jungen zu ihnen. Auch der Monsterjunge stand dabei. Doch er nahm weder seine Maske ab noch verriet er irgendjemandem, wer er war. Bob wunderte sich immer mehr. Warum machte der Junge so ein Geheimnis daraus?

Sie hatten eine Menge Spaß zusammen und Bob genoss es, endlich mal wieder in der Gesellschaft von Gleichaltrigen zu sein.

Nach einer Weile gesellte sich Klaus zu ihnen.

„Hey, du wolltest mir noch erklären, warum ihr so eine komische Reformhausparty feiert! Ich für meinen Teil finde Halloween viel spannender!“, forderte Bob ihn auf.

„Reformationsparty“, verbesserte Klaus. „Aber klar, mache ich!“ Er griff nach einem Stück Kuchen. „Also“, murmelte er kauend, „Vor ein paar hundert Jahren hatten wir hier in Europa die Reformation. Die kam durch einen Mann namens Martin Luther. Der Name dürfte auch in Amerika bekannt sein!“ Klaus hatte anscheinend auch gehört, dass Bob Amerikaner war.

„Na klar ist der bekannt! Der hat die evangelische Kirche gegründet!“, sagte Bob gelangweilt. Er konnte sich immer noch nicht vorstellen, was daran spannend sein sollte.

„Ja, das hat er“, bestätigte Klaus. „Aber Luther hatte eigentlich gar nicht vorgehabt, eine Kirche zu gründen. Er hatte etwas ungeheuer Aufregendes entdeckt, und das wollte er den Menschen zeigen!“

„Was denn?“, fragte Bob.

Klaus schob sich noch einen Bissen Kuchen in den Mund. Er machte eine kurze Pause um zu kauen und fuhr dann fort: „Damals, zu der Zeit, in der Luther lebte, waren die Leute alle ziemlich religiös und hatten Angst vor Gott. Sie hatten Angst, dass er sie für ihre Fehler bestraft und sie nach dem Tod in die Hölle schickt.“ Wieder biss Klaus von seinem Kuchen ab und kaute. Dann erklärte er: „Die Leute waren bereit, alles zu tun, um Gott gnädig zu stimmen, damit sie seinem Zorn entkommen konnten. Die Obersten von der Kirche nutzten das aus. Sie verkauften für viel Geld den Leuten Briefe, in denen sie ihnen einen Platz im Himmel versprachen. Mit anderen Worten: Wer ordentlich Kohle hatte, der konnte sicherstellen, dass er Gott zufrieden stellte und nicht in die Hölle musste! Natürlich war das Ganze ein Riesen-Betrug. Denn einen Platz im Himmel kann man nicht kaufen, wie man sich ein Haus oder ein Auto kauft!“

„Ist ja ‘ne Gemeinheit“, schnaubte Bob. „Und da haben die Leute mitgemacht?“

„Sie wussten es nicht besser. Und sie hätten alles dafür getan, Gott gnädig zu stimmen, weil sie so viel Angst vor ihm hatten. Manche bestraften sich sogar selbst für ihre Sünden, weil sie meinten, dass Gott ihnen dann vielleicht vergeben würde.“

„Ist ja krass! Und was hat Luther dann entdeckt?“, fragte Bob.

„Luther hat entdeckt, dass man Gott weder durch Geld, noch durch Selbstbestrafung zufriedenstellen kann, ja nicht mal dadurch, dass man Gutes tut! Es gibt eigentlich nichts, womit man sich einen Platz im Himmel verdienen kann!“

Bob stutzte. Er hatte nie großartig über den Himmel nachgedacht. Aber es war für ihn immer selbstverständlich gewesen, dass die einigermaßen guten Menschen, zu denen er sich selbst auch zählte, nach dem Tod irgendwie hinein kamen.                                                                                                 „Wie meinst du das, dass man nichts tun kann, um sich einen Platz im Himmel zu verdienen?“, fragte er. „Ich dachte, wenn man gut ist, kommt man automatisch da hin?“ Er stellte sich das immer ein bisschen wie einen großen Fahrstuhl vor, der einen nach dem Tod direkt nach oben beförderte.

„Das Problem ist“, sagte Klaus, „dass von Natur aus keiner so gut ist, dass er in den Himmel kommen kann. Denn jeder von uns hat schon mal etwas Böses getan, gesagt oder mindestens gedacht.“

„Oh!“ Bob erschrak. Bedeutete das etwa, dass er selbst  auch nicht dorthin durfte? Nicht, dass er jetzt schon bald dahin wollte ... Aber die Aussicht, dass, wenn das Leben tatsächlich mal irgendwann vorbei war, etwas Besseres kam, war irgendwie beruhigend. Er warf einen kurzen Blick auf seinen Monsterfreund. Der stand ganz still neben ihm.

„Und jetzt kommen wir zu dem, was Luther entdeckt hat“, fuhr Klaus fort. In dem Moment rempelte ihn jemand von hinten an, und ein Schwall Cola ergoss sich über sein Hemd. „Hey“, schimpfte Klaus. Doch sein Schimpfen ging in schallendem Gelächter unter.

Klaus seufzte, wrang sein nasses Hemd aus und erklärte: „Also, in der Bibel steht, dass tatsächlich jeder Mensch vor Gott schuldig ist, und wir uns die Vergebung Gottes nicht verdienen können. Die gute Nachricht ist aber, dass er sie uns schenken will.“

„Wie - er will sie uns schenken? Müssen wir uns nicht bemühen, gute Menschen zu sein?“, fragte Bob erstaunt.

„Nein, die Vergebung Gottes ist tatsächlich ein Geschenk. Du musst es nur annehmen! Die Strafe für alles Böse, was du getan hast, hat Jesus, der Sohn Gottes, mit seinem Tod am Kreuz auf sich genommen. Er ist gestorben, damit wir Gottes Vergebung haben können, ja sogar Freunde Gottes werden dürfen. Jesus ist wieder auferstanden und lebt jetzt im Himmel. Er möchte, dass wir eines Tages zu ihm in den Himmel kommen. Aber auch jetzt schon, während wir hier auf der Erde sind, möchte er unser Freund sein. Wir können mit ihm über alles reden. Er liebt uns so, wie wir sind, und will immer für uns da sein.“

Plötzlich hörte Bob neben sich ein leises Schluchzen. Es kam unter dem Monsterkostüm neben ihm hervor. Sein unbekannter Freund weinte.

„Hey, was ist los?“, fragte Klaus und wandte sich der Monstergestalt zu, die mit bebenden Schultern neben Bob stand.

„Stimmt das wirklich, dass Jesus jeden liebt?“, fragte das Monster mit kläglicher Stimme. „Ich hab nämlich das Gefühl, dass mich keiner mag.“

„Aber ja, das stimmt“, versicherte Klaus. „Jesus ist begeistert von dir!“

Das Monster war eine ganze Weile still. Und dann sah Bob, wie sich langsam die Maske hob und ein Kopf zum Vorschein kam. Und das war – Bob riss die Augen vor Erstaunen weit auf – ein Mädchenkopf mit langen, blonden Zöpfen. „Hi, ich bin Anna“, stellte sich das Mädchen vor. Dann drehte sie den Kopf langsam in seine Richtung und Bob erschrak. Annas rechte Gesichtshälfte war über und über vernarbt. Das sah ein bisschen unheimlich aus. „Ich hatte als Kleinkind einen Unfall“, erklärte Anna. „Und jetzt lachen mich alle aus, weil sie mich hässlich finden“, flüsterte sie. „Ich habe keine Freunde. Meinst du wirklich, Jesus möchte mein Freund sein?“

Die junge Frau, die neben Klaus stand, legte den Arm um Anna und sagte: „Aber ganz sicher! Jesus ist total begeistert von dir, und er findet dich wunderschön!“

Anna blinzelte die Tränen weg und sah die Frau erstaunt an. „Ehrlich?“, fragte sie.

„Ja“, bekräftigte Klaus noch einmal. „Ab jetzt kannst du einen Freund haben, der jeden Augenblick bei dir ist und dich nie im Stich lassen wird! Du musst ihm nur sagen, dass du das willst!“

„Jesus, ich will dein Freund sein!“, rief Anna so laut und begeistert, dass die anderen zusammenzuckten.

Bob grinste. Dann sagte er leise zu Anna: „Ich weiß, du hast jetzt schon Jesus als Freund, aber … mir hat es echt Spaß gemacht, mit dir zusammen durch ’s Dorf zu ziehen. Vielleicht können wir das ab und zu noch mal machen, nicht nur zu Halloween und als Monster verkleidet, sondern auch so!“

Anna drehte sich zu ihm um und grinste. „Klar“, sagte sie, „können wir machen!“ 

Neugierig geworden???

Obwohl die Geschichte von Bob und Anna nur erfunden ist, gibt es doch einiges darin, was tatsächlich stimmt. Alles, was du über Martin Luther und den Reformationstag gelesen hast, ist tatsächlich so geschehen. Aber das wichtigste, was auch wahr ist, ist, dass Jesus dich liebt und dein Freund sein möchte. Egal, wer du bist, wie du aussiehst oder was du gut oder nicht so gut kannst: Gott hat dich geschaffen und ist begeistert von dir! Ehrlich, er findet dich toll! Das heißt nicht, dass er immer alles toll findet, was du machst. Denn du hast, wie wir alle, bestimmt auch manchmal schon Sachen gemacht, die nicht so gut waren. Oder vielleicht sogar Sachen, die richtig schlimm waren! Aber dafür ist Gottes Sohn, Jesus, am Kreuz gestorben! Er hat sich für all das bestrafen lassen, was du falsch gemacht hast, so dass Gott dich nicht mehr dafür bestrafen muss. Warum er das gemacht hat? Weil er dich liebt!

Deshalb kannst du mit Gott ganz neu anfangen, so, als ob du noch nie etwas Schlechtes getan hättest! Und Jesus will dir helfen, Gutes zu denken, zu sagen und zu tun.

Ist das nicht ein super Angebot?!

Wenn du das bisher noch nicht wusstest, aber gern möchtest, dass Jesus dein Freund wird, dann fang am besten gleich an, mit ihm zu reden. Beten nennt man das. Du kannst ihm alles sagen und mit ihm reden wie mit einem Freund. Und damit du deinen neuen Freund auch besser kennen lernen kannst, wäre es gut, wenn du dir eine Bibel besorgst und anfängst, regelmäßig darin zu lesen. Denn alles, was du über Jesus und über Gott wissen musst, steht darin.

Zum Beispiel steht im Johannesevangelium, Kapitel 3, Vers 16:

Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht.

 

(Neue Genfer Übersetzung)

 

Zurück zur Übersicht.

Zurück zu Halloween/Reformationstag

4 Boxen

Gottes Liebe durch Medien vermitteln - trotz vieler Veränderungen in Kirche, Gemeinde und Gesellschaft ist das seit 1925 unsere Vision ...
Landläufig verbindet man mit dem Begriff »Stiftung« Fördergelder und Kapital. Bei uns ist das anders. Wir sind auf Ihre Mithilfe angewiesen ...
»Seit Jahren nutze ich Marburger Medien, um Menschen mit Gottes befreiender Botschaft zu erreichen. Vielen Dank für alle Ihre Ideen!«
Ob Geburtstag, Weihnachten oder Krankenbesuch: In unserem neuen Internet-Shop finden Sie für jeden Anlass passende Medien ...